Beitrag des Fachgebietes bei interdisziplinärer Tagung zur Berufsausbildung von Menschen mit Behinderungen

Unter dem Titel „Bereit für die Zukunft? - Die Entwicklung der Berufsförderungswerke im Kontext aktueller Transformationsprozesse“ hat Christoph Burzlaff Ende September an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel seine Erkenntnisse hinsichtlich der Entwicklung beruflicher Rehabilitationsmaßnahmen in Berufsförderungswerken präsentiert. Der Beitrag fokussierte spezifisch auf die institutionelle Bewältigung von umfassenden Transformationsprozessen in diesen Einrichtungen, wobei der Forschungsstand ab den 1950er Jahren in Deutschland erörtert wurde. Ergebnisse zeigen, dass sich die Berufsförderungswerke bereits seit acht Jahrzehnten im Spannungsfeld gesellschaftspolitischer, ökonomischer und institutioneller Wandlungsprozesse befinden, welchen die Einrichtungen mit umfassenden strukturellen Anpassungen begegnen. Insbesondere vor dem Hintergrund einer Zunahme von Transformationsprozessen im Hinblick auf das theoretische Konstrukt der Polykrise wird gleichwohl ersichtlich, dass die vergangene Dekade für die Berufsförderungswerke mit besonderen Herausforderungen verknüpft gewesen ist (Digitalisierung, Covid-19-Pandemie, Arbeitsmarktentwicklung).
Die verschiedenen Blickwinkel der weiteren Teilnehmenden zeigten überdies historische (Dis-)Kontinuitäten von der Weimarer Republik über die Nachkriegszeit bis hin zum aktuellen Status Quo der beruflichen Rehabilitation und Berufsausbildung von Menschen mit Behinderungen auf. Hiermit waren fruchtbare Diskussionen im interdisziplinären Format verknüpft, wodurch sowohl historische als auch rehabilitations-/erziehungswissenschaftliche Perspektiven in einem europäischen Rahmen diskutiert werden konnten. Ein herzlicher Dank gilt Erik Kömpe und Prof. Dr. Gabriele Lingelbach für die Einladung zu diesem anregenden Austausch zwischen verschiedenen Professionen, welcher zukünftig in einer vertiefenden Auseinandersetzung münden könnte.



